Eine Klotzbeute als neuer Baustein der „Transition Town“ Friesach

Die Obstallmende am Gelände des Petersberges, die zur Erhaltung alter Kultursorten angelegt wurde, hat eine neue Attraktion. Mit den vereinten Kräften von drei Friesacher Vereinen wurde eine sogenannte „Klotzbeute“ für Bienen aufgestellt.
Dieses gemeinschaftliche Projekt vom „Bienenzuchtverein Friesach und Umgebung“ und Friesach im Wandel gemeinsam mit dem Stadtverschönerungsverein ist eine gelungene Zusammenarbeit im Sinne des Zusammenwirkens von Natur und Mensch.
Klotzbeuten gehören zu den ältesten künstlichen und transportablen Bienenbehausungen. Ein Jahr lang musste der Lindenbaumstamm trocknen, danach wurde er bis ins kleinste Detail fachgerecht zu einer „Klotzbeute“ bearbeitet. Ab Mitte Juni wird ein Bienenvolk eingesetzt und die Besucher des Petersberges sind eingeladen, die Türen des Baumstammes zu öffnen und die hinter einer Glasscheibe lebenden Bienen zu beobachten. Die Betreuung der Klotzbeute übernimmt unsere Stadtimkerin Ursula.
Das Sammeln des Honigs wilder Bienen durch den Menschen ist seit etwa 9000 Jahren belegt. Der Beruf des Honigsammlers kam im Mittelalter auf und wurde als Zeidler bezeichnet. Er hielt, anders als der Imker im heutigen Sinne, die Bienen nicht in gezimmerten Bienenstöcken oder -körben. Ursprünglich lebten die Bienen wild in natürlich vorkommenden Baumhöhlen im Wald. Solche Baumhöhlen bzw. -klötze samt Bienen sägten die Zeidler aus den Baumstämmen und stellten sie an günstigen Standorten auf. Mit Beginn der zunehmenden planmäßigen Bienenhaltung wurden diese „Klotzbeuten“ aus ausgehölten Baumstämmen eigens hergestellt.
