Ein Lehrgang zeigt Friesacher Praxis

Entwicklung einer SOLIDARISCHEN ÖKONOMIE – Wie geht das?

Die ksoe (Katholische Sozialakademie Österreich) greift dieses spannende Thema auf. Sie bietet in diesem Jahr erstmals den Lehrgang „Solidarisches Wirtschaften“  an, der seine TeilnehmerInnen von Wien über Friesach bis nach Bozen führt. Dabei sollen bestehende Projekte als Anregung und Modell unter die Lupe genommen werden, um daraus das Knowhow für den Aufbau von solidarökonomischen Initiativen und Betrieben zu gewinnen. Die Initiative „Friesach im Wandel“ ist eines der praktischen Beispiele, von denen gelernt werden darf.
Eine alternative Wirtschaft – die die Bedürfnisse der Menschen, „das gute Leben“ im Blick hat und auf gegenseitiger Unterstützung und Kooperation aufbaut – existiert bereits in Form von vielen Projekten rund um den Globus. Ausgehend von Lateinamerika ist eine weltweite Bewegung einer „Solidarischen Ökonomie“ entstanden. Dabei geht es um einen erweiterten Arbeits- und Wirtschaftsbegriff über Erwerbsarbeit hinaus. Zur Umsetzung in die gelebte Realität gibt es nicht nur ein Modell, sondern viele alternative Wege wie zB. Betriebe der Solidarischen Landwirtschaft, Umsonstläden, selbstverwaltete Betriebe, Gemeinwohlorientierte Genossenschaften, solidarische Wohnprojekte oder auch interkulturelle Gärten.
Der Lehrgang zeigte Vorbild-Projekte wie das „Wiener Lastenradkollektiv“, Wohnprojekte von „HabiTAT“, die Solidarische Landwirtschaft „GeLa Ochsenherz“ in Gänserndorf bei Wien und die Transition Town Initiative „Friesach im Wandel“. Am 5. und 6. Juli besuchten die KursteilnehmerInnen dazu die Burgenstadt Friesach in Kärnten.
LEO KUDLIČKA (Obmann TT-FiW) führte die TeilnehmerInnen in die wichtigsten Grundprinzipien der Internationalen „Transition-Town-Bewegung“ ein. (Transition = englisch für „Wandel, Übergang“) Frei nach dem Motto: „ Wer global etwas ändern will, muss vor der eigenen Haustür anfangen!“ versteht sich die zivilgesellschaftliche Basisbewegung als eine Kraft, die den sozioökologischen Kulturwandel vorantreibt. Generationen- und milieuübergreifend wird der Wandel aktiv gestaltet. Dadurch wachsen das Selbstbewusstsein und die Verantwortung in der Gemeinschaft.
Im Rahmen von Friesach im Wandel – der ersten Transition-Town Kärntens – engagieren sich Freiwillige schon das fünfte Jahr erfolgreich für Nachhaltigkeit, Kooperation und Gemeinwohl. Beim „StadtWandeln“ in der Burgenstadt konnten die Studierenden neben bestehenden Projekten auch die engagierten Menschen dahinter kennenlernen. Das Team von „Friesach im Wandel“ stellte dabei inspirierende Ideen und Konzepte vor – den Kost-Nix-Laden (eines der größten Schenk-Teil-Zentren Südösterreichs), Essen retten & teilen (Foodsharing), verschiedene Projekte der „Essbaren Stadt Friesach“: Obstallmende am Petersberg, Stadtimkerei und den Wurzgarten (Gemeinschaftsacker, Beitrag zur lokalen Ernährungssouveränität). Anhand der praxisnahen Beispiele konnten die interessierten TeilnehmerInnen erfahren, wie man Herausforderungen vor Ort identifiziert, gemeinsam Lösungen entwickelt und Mitmenschen mobilisiert.

Zwei weitere Best Practice-Beispiele wurden vorgestellt: „GELA Ochsenherz“ und das Organisationsmodell „Soziokratie“:

Mit „GELA Ochsenherz“ kann als Pionierbetrieb für solidarische Landwirtschaftsprojekt gelten. Diese Agrargemeinschaft war der erste CSA-Betrieb (Community Supported Agriculture) Österreichs. Auf einer Fläche von etwa 4 ha wird eine große Vielfalt von über 60 verschiedenen Gemüsearten und dazu noch Kräuter und etwas Beerenobst produziert. Die Gemeinschaft versorgt derzeit ca. 400 Menschen über „Ernte-Anteils-Kisten“. Ein Teil der „Ernteanteile“ wird auch gegen Mitarbeit vergeben.

Mehr dazu unter: www.ochsenherz.at

Die Vorarlbergerin LISA PRAEG (wir werk – gemeinsam wirksam sein, Soziokratie Zentrum Österreich) gab einen Einblick in die Methode der „Soziokratischen Abstimmung“ und dem „Konsentprinzip“. Dieses Prinzip bietet Methoden zur Entscheidungsfindung und ist ein Organisationsmodell für gelingende Zusammenarbeit und Entscheidungen auf Augenhöhe. Ziel dieses Organisationsmodells ist, Kooperation, Partizipation, Mitverantwortung, Agilität und ganzheitliche Potenzialentfaltung zu fördern.

Mehr dazu unter: www.soziokratie.at

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